Hintergrundinformationen:
Hahn auf, Wasser trinken,
Hahn zu. Wasser strömt hierzulande scheinbar unbegrenzt
und wie selbstverständlich aus der Leitung. Eine Berechnung
des auf der Erde vorhandenen Wassers ergibt, dass die Erde zu
ca 71% mit Wasser bedeckt ist. Der weitaus größte
Teil davon (ca. 96,5%) ist Salzwasser, das ohne Aufbereitung
für die Nutzung durch Menschen, durch Landtiere und für
die Landwirtschaft nicht geeignet ist. Für den menschlichen
Verbrauch verbleiben nur ca. 0,03% als Trinkwasser nutzbar.
Trinkwasser ist weltweit gesehen eine Mangelware und die Lage
wird sich in den nächsten Jahrzehnten weiter verschärfen.
In den beliebten Urlaubszielen rund um das Mittelmeer - wie Spanien,
Griechenland oder Tunesien - ist die Trinkwasserversorgung spätestens
in den heißen Sommermonaten alles andere als garantiert.
Die ausreichende Versorgung der stetig wachsenden Weltbevölkerung
mit Wasser ist keinesfalls selbstverständlich und ist heute
eine der großen Herausforderung für die Wirtschaft
und die Wissenschaft.
UN-Generalsekretär Kofi
Annan hat die internationale Gemeinschaft zu einer gerechteren
Verteilung der weltweiten Wasservorräte aufgerufen. Im Vorfeld
des Weltwassertages in diesem Jahr kritisierte er in New York,
dass noch immer viel Wasser verschwendet werde, obwohl 18 Prozent
der Weltbevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser
hätten.
Das UN-Kinderhilfswerk Unicef
forderte mehr Geld für die Wasserversorgung der ärmsten
Menschen. "Jeden Tag sterben weltweit 4500 Kinder, weil
sie verschmutztes Wasser getrunken haben", hieß es
in dem Aufruf, den Unicef zum IV. Weltwasserforums in Mexiko
veröffentlichte. Das UN-Ziel, den Wassermangel bis 2015
zu halbieren, sei in Afrika und Asien nur schwer zu erreichen.
Der designierte Chef des UN-Umweltprogramms
Unep, Achim Steiner, warnte vor einer steigenden Zahl von Wasserflüchtlingen
- vor allem in Afrika.
Projekt:
Gewinnung von Trinkwasser aus Meerwasser durch Umkehrosmose
Im Rahmen dieses Projektes
wird ein Konzept für die Meerwasserentsalzung durch die
am Institut für Physikalische Chemie der Universität
zu Köln hergestellte Trennmembran unter Umkehrosmosebedingungen
entwickelt. Diese Konzeption umfasst auf Kernelemente reduziert
die technische Membrantrennverfahren, die Eignung der Membranen
für die Umkehrosmose und die quantitative Ermittlung der
Konzentrationen von Salzen (Ionen) in Wasser. Die Experimente
werden an einer von der Werkstatt des Instituts gebauten Anlage
durchgeführt. Die Anlage arbeitet im statischen (Dead-End)
Betrieb. Sie besteht aus einem Rührer und einem temperierbaren
Vorratsbehälter aus Edelstahl, der mit Wasser bzw. Salzwasser
gefühlt wird. Die Membran befindet sich am unteren Ende
des Behälters. Unter einem Druck von Maximal 40 bar, der
mittels einer N2-Gasflasche erzeugt wird, permeiert die Lösung
durch die Membran und wird in einem Auffanggefäß gesammelt.
Die Temperatur der Lösung wird mit Hilfe eines Temperatursensors
(T-Sensor) an der Messzelle ermittelt.
Zur qualitativen und quantitativen Analyse der Konzentrationen
der Salzlösung wird die Hochleistungs-Flüssigkeits-Chromatographie
(HPLC) verwendet.